Nachhaltigkeit im Fotografie-Business: Auch Kleinigkeiten zählen
(Artikel ursprünglich erschienen am 21. April 2023)
Tier- und Naturschutz gehen Hand in Hand. Und meine Kundinnen sehen ihre Katze eben nicht als „nur ein Tier“; für sie ist ihre Samtpfote ihr Fellkind, ihr Ein und Alles, und sie wollen, dass es ihr so gut wie möglich geht.
Somit gehören Natur- und Tierschutz unvermeidlich mit zu den wichtigsten Werten in meinem Unternehmen, weshalb es mir natürlich ein besonderes Anliegen ist, dies bei meiner täglichen Arbeit so gut wie möglich einzubinden.
Bei allen Entscheidungen bemühe ich mich, den Einfluss auf unsere Umwelt mit zu bedenken. Da dies jedoch nicht immer 100%-ig umsetzbar ist, kommt es eben umso mehr auf die kleinen Dinge an, die machbar sind.
Qualität und kurze Wege
Bei der Gestaltung meines Angebots achte ich sehr auf die Wahl meiner Lieferanten. Nachhaltige Produkte und Wertstoffe sowie umweltfreundliche Verarbeitung sind dabei Kriterien, die im Fokus stehen. Das mag zwar seinen Preis haben, doch die Qualität der Materialien und Farben als auch die Alterungsbeständigkeit der Produkte von bis zu 75 Jahren sprechen für sich.
Somit erhältst Du nicht nur ein Produkt, dass Deinen Ansprüchen an sowohl Aussehen als auch Umweltbewusstsein genügen, sondern Dich zudem lange Jahre begleitet.

Alle Produkte in meinem Sortiment stammen rein von europäischen Lieferanten. Hierdurch werden Transportwege und -kosten minimiert. Wenn möglich wähle ich zudem den umweltfreundlichsten Versandtarif, auch wenn dies die Lieferzeiten ein wenig verlängern mag.
Doch keine Sorge! Ich halte Dich stets über den Stand Deiner Bestellung auf dem Laufenden. Und somit darf die Vorfreude auf das ersehnte Erinnerungsstück an Deinen Stubentiger noch ein Quäntchen mehr steigen.
Im Übrigen bin ich der Überzeugung, das das gedruckte Portrait als durchaus nachhaltige Alternative zum digitalen Bild mithalten kann. Ja, wir haben Material-, Produktions- und Versandkosten. Doch dafür kommt es ohne jegliches technische Gerät aus. Kein Smart Phone, Computer oder Fernseher nötig, um die geliebten Momentaufnahmen mit Deiner Katze anzuschauen. Kein Speicherplatz und Backup erforderlich. Nur das Tageslicht, das durch Dein Fenster strahlt.
Verantwortungsvoller Umgang mit Materialien
Wenn es um Verpackungsmaterialien geht, lege ich großen Wert auf bestmögliche Wiederverwertung. In den meisten Fällen schicke ich daher Deine Produkte in der original Verpackung zu Dir, selbst nachdem sie zur Qualitätskontrolle bereits einmal geöffnet habe. Dein Paket mag dadurch vielleicht nicht das schönste sein, doch dafür wird kein Material unnötig verschwendet.

Und nachdem Deine Katze sich über den Karton hergemacht hat (in ihren Augen sowieso wesentlich wichtiger als der Inhalt), wird dieser eh nicht mehr weiter zu verwenden sein.
Sollten dennoch zusätzliche Materialien nötig sein, setze ich auf möglichst Plastik-freie Füllmaterialien und Kartonagen aus recyceltem Karton. Hier kaufe ich auch gerne auf Vorrat, um Nachlieferungen soweit wie möglich zu reduzieren.
Ansonsten nutze ich natürlich auch gerne wiederverwertbare Dinge im (Business-)Alltag, wie z.B. meine eigene Jutetasche im Brand-Design, die ich zur persönlichen Auslieferung an meine Kundinnen nutze und entsprechend dann verschenke. Oder meinen Coffee-ToGo-Becher im Brand-Design, der sich hervorragend für Bahnfahrten eignet und um ins Gespräch zu kommen, während ich gleichzeitig etwas für die Umwelt tue.
Nachhaltiger Transport
Bestellungen von Drucken vom selben Lieferanten werden gebündelt und maximal einmal pro Woche gesendet. Dadurch kann sich Deine Lieferung minimal verzögern, hilft jedoch enorm, Transportwege und -kosten, sowie Verpackungsmaterialien zu reduzieren.
Soweit möglich, werden Lieferungen durch mich persönlich durchgeführt. Nur Lieferungen außerhalb meines Stadtgebietes, sowie Drucke größeren Ausmaßes übergebe ich an Transportdienstleister. Hierbei setze ich auf diejenigen Dienstleister, die höchstwahrscheinlich sowieso bei Dir in der Nähe sind, wodurch wieder unnütz zusätzliche Fahrten vermieden werden.
Würdest Du Dich übrigens wundern, wenn ich zu unserem Fototermin auf einmal mit dem Fahrrad erscheine?

Meine Kundinnen sowie mein Netzwerk kennen mich auch als „die radelnde Fotografin aus dem Rheinland“, denn das Fahrrad ist mein häufigstes Fortbewegungsmittel der Wahl. Dadurch bleibe ich super flexibel und mein Equipment ist entsprechend optimiert, so dass es problemlos in meinen Fahrradkorb passt.
Falls das Fahrrad mal nicht möglich ist, greife ich entsprechend auf öffentliche Verkehrsmittel zurück. Nur wenn wirklich notwendig (z.B. größere Entfernung, mangelnde Erreichbarkeit mit Bus/Bahn, Transport von sperrigen Waren) bediene ich mich des Autos via Car-Sharing oder Vermietungen.
Meinen Umstieg von 4 auf 2 Räder habe ich bereits vor 9 Jahren ganz bewusst vollzogen. Zu der Zeit war ich zwar noch nicht selbstständig, doch zwischen Köln und Düsseldorf (meinem Haupteinsatzgebiet) sind die Anbindungen mit dem ÖPNV ganz passabel. Und es hat mich zudem schnell gelehrt, entspannter und geduldiger zu sein, was mittlerweile auch meinem Business zugute kommt.
Bewusste Entscheidungen zur Technik

So sehr ich mich auch für Technik begeistere – erst wenn die Kamera ihren Job nicht mehr macht, wird sie ausgetauscht. Ich bin eine große Befürworterin von Wiederverwendung und Langlebigkeit, selbst wenn es vielleicht nicht dem neusten Standard entspricht. Auch Second Hand und generalüberholte Elemente kommen definitiv als Optionen in Frage.
Das gleiche gilt für alle weiteren „Werkzeuge“, wie z.B. auch auch der Computer. Natürlich muss alles in der Lage sein, die Arbeit in einem ordentlichen Maße zu erledigen. Doch ich halte es bei weitem für nicht nötig, jedes Jahr ein neues Modell zu kaufen. Das reduziert Elektro-Schrott und schont die Umwelt.
Ein weiterer Schritt, für den ich mich erst kürzlich entschieden habe, ist die Verabschiedung von Big Tech. Dies bedeutet zwar einiges an Umstellung, doch es ist erstaunlich, wie gut andere Systeme sind, wenn man sich denn darauf einlässt und bereit ist, aus seiner Komfortzone zu gehen.
Somit unterstütze ich zudem immer weniger die großen Player am Markt, die hauptsächlich in den USA sitzen und Nachhaltigkeit nicht wirklich im Fokus haben.
Für meine Business-Kundinnen heißt das im Übrigen auch, dass eine Übermittlung der Bilddateien mittlerweile ebenfalls über rein europäische Cloud-Dienste abgewickelt wird.
Nachhaltige Fotografie ist möglich
Alles in allem ist Nachhaltigkeit für mich ein lebender Prozess, bei dem ich ständig auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten bin. Nicht immer kann ich den besten Weg einschlagen, aber ich kann bewusst nach Alternativen schauen und nicht gleich den bequemen Weg wählen.
Und im Endeffekt sind es für mich auch all die kleinen Dinge, für die man sich entscheidet; sei es das Katzen-Spielzeug aus Holz statt Kunststoff oder die selbst gegossene Pfoten-Kerze aus Wachsresten.
Ein Teil meiner Einnahmen fließt zudem in Form von Spenden an Tier- und Naturschutz-Organisationen und Projekte, die mir am Herzen liegen. Nicht wunderlich also, dass ich Tiger-Patin bin, oder?
Mehr über mein Bestreben, Fotografie nachhaltig zu betreiben, unsere Produkte sowie die Geschichten hinter den Kulissen erfährst Du in unserem Newsletter für Lieblingsmenschen.
Externe Bildquellen:
Post-Cover: Adobe Express/Stock

Moin Rebecca,
ich finde es prima, wie du den Aspekt der Nachhaltigkeit in dein Unternehmen mit einbaust und auch darüber berichtest.
Spannend finde ich auch, dass du komplett aufs Fahrrad umgesteigen bist. Ich bin in Kiel auch nur mit Fahrrad und ÖPNV unterwegs, aber ich bin auch keine Berufsfotografin, sondern als Hobby damit unterwegs. Also, echt klasse, dass du da den Umstieg gewagt hast, und umso schöner, dass es ja anscheinend für dich super funktioniert. 🙂
Liebe Grüße,
Sabine
Vielen Dank für Deinen Kommentar, Sabine. Das mit dem Fahrrad ist manchmal nicht so einfach und ich muss da schon ein paar Abstriche machen. Aber es ist mir eben wichtig und dann arrangiere ich mich halt. Und in den meisten Fällen geht es eigentlich ganz gut.
Lieben Gruß, Rebecca
Ich finde es super wie du das Thema Nachhaltigkeit in dein Business integriert hast! Die Umwelt zu schützen ist so wichtig und es gibt so viele Dinge, die wir dafür selbst in die Hand nehmen können.
liebe Grüße,
Hanna
Vielen Dank für Deinen Kommentar, Hanna. Ja, ich denke auch, dass jeder von uns seinen Beitrag leisten kann. So klein dieser auch sein mag.
Lieben Gruß, Rebecca