Goodbye Big Tech – Meine wichtigsten Tools als Katzen- und Business-Fotografin
Was wäre, wenn Du nicht die Standard-Tools Deiner Industrie verwenden würdest? Gibt es überhaupt Alternativen? Manchmal muss man die Bequemlichkeit hinter sich lassen, um die eigenen Werte nicht zu verraten.
Was Dich erwartet
2026 wird für mich das Jahr, in dem ich mich von Big Tech verabschiede.
Bereits in den vergangen Monaten habe ich zu Alternativen zu den üblichen Systemen recherchiert, die idealerweise aus dem europäischen Raum stammen. Damit möchte ich mich selbst Abstand nehmen von den Zwängen, die die Monopol-Stellungen der großen Spieler am Markt auf uns ausüben. Aber ich möchte auch unsere eigene Wirtschaft damit unterstützen als auch meinen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen, da Big Tech und insbesondere KI gerade in diesem Sektor nicht besonders vorbildlich sind.
Die Systeme zu testen dauert eine ganze Weile und manchmal gibt es auch keine wirkliche Alternative. Doch es ist erstaunlich, was für tolle Tools man alles so findet, wenn man sich erstmal auf die Suche begibt.
Hilfreich dabei ist mir auch oftmals die Platform European Alternatives, die in unterschiedlichen Kategorien (z.B. Cloud, EMail, Filehosting, etc.) europäische Alternativen vorstellt.
Im folgenden gebe ich Dir eine Übersicht, über all die neuen Systeme, die ich in Zukunft verwenden werde. Meinen Wechsel und die damit verbundenen Erfahrungen werde ich aber auch in einer kleinen Video-Serie auf meinem YouTube-Kanal veröffentlichen.
Mein Laptop als tägliches Arbeitswerkzeug
Spätestens nachdem Microsoft verkündete, den Support von Windows 10 einzustellen und ich angeblich meine aktuelle Hardware nicht mehr verwenden könne, war für mich klar, dass etwas Neues her muß.
Doch warum sollte ich mir ein neues Laptop kaufen, wenn das alte doch eigentlich noch funktionierte? Im Zuge der Nachhaltigkeit kommt das eigentlich nicht für mich in Frage.

Da ich bereits früh mit Informatik in Verbindung gekommen bin und dies auch Teil meine Studiums war, ist mir natürlich bewusst, dass es auch andere Betriebssysteme als Windows oder einen Mac gibt. Doch auch ich war in den vergangenen Jahren einfach zu bequem, mich näher mit Linux zu beschäftigen.
Das sollte jetzt anders werden und so fand ich nach einiger Recherche Zorin OS, ein Linux Betriebssystem aus Irland, das speziell für bisherige Windows-Nutzer gestaltet wurde, um ihnen den Umstieg zu erleichtern.
Erste Tests auf einem älteren Laptop zeigen, dass es einfacher ist als gedacht, wenn lediglich Standardanwendungen wie der Browser und Office-Programme benötigt werden.
Doch wenn es um speziellere Software geht, die ich als Fotografin nun mal benötige, muss schon etwas tiefer gegraben werden, da leider wenige Hersteller Versionen für Linux veröffentlichen.
Standard-Programme für die tägliche Büroarbeit
Microsoft Office habe ich schon seit einer ganzen Weile auf LibreOffice umgestellt, ein OpenSource-Projekt aus Deutschland. Die Oberfläche mag vielleicht eher an veraltete MSOffice-Versionen erinnern, doch in puncto Funktionalität steht es dem in nichts nach.
Mein CRM und Newsletter-System betreibe ich eigentlich schon seit Anfang an über Brevo (ehem. SendInBlue), eine deutsch-französische Kooperation. Datenschutz ist mir extrem wichtig und ich wollte hier auf Nummer sicher gehen, dass Deine Daten DSGVO-konform verarbeitet werden.
Als Ersatz für OneNote bin ich auf Joplin gestossen, eine OpenSource-App aus Frankreich. Im Gegensatz zu OneNote werden Daten nicht zwingend über die Cloud synchronisiert. E2E-Verschlüsselung bei aktivierter Synchronisation sorgt für entsprechende Sicherheit.
Für Datensicherung und Cloud-Speicher habe ich mittlerweile ebenfalls eine europäische Alternative gefunden: Jottacloud stammt aus Norwegen und wird mit 100% erneuerbarer Energie betrieben. Auch preislich kann sich der Anbieter gegen Acronis, DropBox und Co. behaupten.
Spezial-Software für Foto- und Videografie
Die größte Herausforderung war tatsächlich, gute Alternativ-Software im Bereich Fotografie und Video zu finden.
Zu lange bin ich schon unzufrieden mit Adobe, das als Gold-Standard in meiner Branche gilt. Mit jedem Update wurde die Software mehr aufgebläht und dadurch unhandlicher und träge.
Doch seit einger Zeit hatte ich schon Affinity im Visier, das ursprünglich aus Großbrittanien stammt. Leider gibt es hier jedoch keine Linux-Unterstützung, so dass ein paar System-Anpassungen notwendig sein werden, um dies dann weiterhin zu verwenden.
Doch in Kombination mit Darktable und Gimp, beides OpenSource-Applikationen für Bildverwaltung und -bearbeitung, bin ich zuversichtlich, einen professionellen Workflow auch in der neuen System-Umgebung aufsetzen zu können.
Für die Videobearbeitung war ich bisher eigentlich mit Debut und VideoPad vollends zufrieden, doch leider sind diese nicht unter Linux verfügbar. Deshalb muss ich auch hier nach eine Alternative Ausschau halten und teste derzeit Kdenlive, ebenfalls eine OpenSource-Initiative.
Mobil unterwegs
Auch auf dem Smart Phone hat sich bereits so einiges bei mir geändert.
So nutze ich z.B. kein WhatsApp mehr und bin stattdessen über Signal oder die klassische SMS erreichbar.
Leider gibt es in meinen Business-Netzwerken oftmals noch Gruppen-Chats auf WhatsApp, doch mangelnde Privatsphäre als auch fehlendes KI-OptOut haben mich zu diesem Schritt bewogen. Und die wichtigsten Dinge erfahre ich sowieso per EMail oder auf LinkedIn.
Da ich ein Android-Phone besitze, ist Google leider schon in vielen Bereichen vorinstalliert. Was einiges an Arbeit bedeutet, um Rechte zu entziehen bzw. Apps ganz zu deinstallieren. Doch auch hier vertraue ich eher unabhängigen App-Anbietern.
So nutze ich z.B. schon seit geraumer Zeit OpenStreetMap statt Google Maps, für das es diverse Apps für unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Persönlich komme ich mit Organic Maps recht gut zurecht.
Für die Zukunft schaue ich jedoch bereits jetzt nach Alternativen, wie z.B. Fairphone, die nicht so stark von den großen Anbietern wie Google oder Apple abhängig sind.
Eine schnelle Bildbearbeitung am Handy erfolgt bei mir übrigens schon seit jeher über Snapseed. Ein recht mächtiges, aber auch einfach gehaltenes Tool, das nicht so überladen wie z.B. Adobe Express daher kommt. Für den gelegentlichen Schnappschuss zwischendurch völlig ausreichend. Und auch wenn Google hier mittlerweile Hauptentwickler ist, so kann das Tool ohne jegliche Verknüpfung zum Konto verwendet werden, was die Nutzung für mich aktuell noch akzeptabel macht.
Gezielte Kommunikation mit diesen Tools
Wenn es um Social Media geht, tue ich mich schon seit einiger Zeit schwer. Und so wird es vielleicht nicht überraschen, dass ich meine Energie zukünftig noch weniger auf Facebook und Instagram verschwende.
Bereits in den 2025 habe ich gemerkt, dass Pinterest mir wesentlich mehr Nutzen bietet als Meta.
Zum Netzwerken ist bei mir LinkedIn immer noch am wichtigsten.
Aber um mit Interessentinnen und Kundinnen in Kontakt zu bleiben, geht einfach nichts über die klassische EMail. Und so kann ich Dir nur empfehlen, Dich zu meinem Newsletter anzumelden, um nicht nur in Kontakt zu bleiben, sondern auch über alle Neuigkeiten informiert zu bleiben. Denn zukünftig ist dies mein wichtigster Kanal und wird von mir die meiste Aufmerksamkeit erhalten.
Wie stehst Du zu diesem Thema? Setzt Du auf Alt-Bewährtes oder schaust Du auch mal nach Alternativen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

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